Das Spiel Tischfussball und seine Regeln

Ziel beim Tischfußball, wie das Kickerspiel offiziell, aber nur selten von seinen Spielern, genannt wird, ist mehr Tore als der Gegner zu schießen.

Die Anordnung der Figuren auf den Stangen ist folgende:
Zunächst der Torwart, dann zwei Verteidiger, danach folgen drei Angreifer der Gegenmannschaft, ehe die eigene Fünferreihe als Mittelfeld steht. Ihr gegenüber steht die gegnerische Fünferreiche, gefolgt von drei eigenen Angreifern sowie der gegnerischen Verteidigerreihe mit zwei Figuren und dem gegnerischem Torwart. Diese Anordnung im 2-5-3 System lässt erkennen, dass der dem Tischfußball letztendlich Pate stehende Feldfußball zur Entstehungszeit der Tisch Kicker noch deutlich offensiver ausgerichtet war als heute.

Von der erwähnten üblichen Anordnung der Figuren gibt es zwei bekannte Abweichungen, von denen eine als spanische Variante und die andere als valenzianische Variante bezeichnet wird. Spanisch gibt es keine 2-er Reihe, stattdessen ist diese zu einer weiteren 3-er Reihe verstärkt, während die eigentliche 5-er Reihe zu einer 4-er Reihe reduziert wurde. In Valencia ist lediglich die Anordnung der Reihen geändert, sodass sich nicht die 5-er Reihen gegenüber stehen, sondern die Angreiferreihe zur Fünferreihe aufgerüstet wurde, während die Mittelreihe aus jeweils nur drei Puppen besteht. Damit wird in dieser Region die gelegentlich zur Anwendung kommende Sonderregel, dass mit der 5-er Reihe keine Tore erzielt werden dürfen, selbstverständlich nie vereinbart. Internationale Turniere können an Kickertischen mit spanischer oder valenzianischer Anordnung der Puppen nicht durchgeführt werden.

Tischfußball kann einzeln oder im Zweierteam gespielt werden, bei letzterer Variante bedient ein Spieler Torwart und Abwehr, während der andere Mittelfeld und Angriff steuert. Ältere Tischkicker gaben zehn Bälle aus, sodass bis zum Erzielen von insgesamt zehn Toren gespielt werden konnte. Da unentschiedene Spielausgänge immer weniger bei den Spielern beliebt sind, wurden die meisten kostenpflichtigen Spielgeräte dahingehend abgeändert, dass sie neun oder elf Bälle ausgeben. Ein Spiel ist zwar entschieden, wenn eine Mannschaft fünf (bei neun Bällen) oder sechs (bei elf Bällen) Tore erzielt hat, im privaten Bereich ist es aber weitgehend üblich, das Spiel zu Ende zu spielen.

Gelegentlich vereinbarte Sonderregeln, wie das Tore nicht mit der Fünferstange oder nicht direkt vom Torwart erzielt werden dürfen, machen bei entgeltpflichtigen Geräten keinen Sinn, da die Bälle als gespielt gelten, sobald sie im Tor gelandet sind. Da Bälle, die wegen einer sehr großen Wucht beim Torschuss wieder in das Spielfeld zurückspringen, nicht als gespielt gewertet werden, pflegen die meisten Spieler sie bei kostenpflichtigen Geräten nicht als Treffer zu werten. Bei kostenfrei zu spielenden Kickertischen werden Sonderregeln gerne abgesprochen; die Beschränkung der Berechtigung zum Torschuss auf die Stürmerreihe entspricht zwar nicht den Regeln bei offiziellen Turnieren, ist aber eine gute Trainingseinheit, um das kontrollierte Zuspiel zu üben.

Die Münchener Kickerliga hat im Jahr 2004 entgegen den üblichen Gepflogenheiten bei offiziellen Turnieren vorgeschrieben, dass Tore nicht gelten, wenn der Ball wieder in das Feld zurückspringt. Privat wird häufig vereinbart, dass Torwarttore doppelt gezählt werden. Bei einem Tischkicker, für den nicht bezahlt werden muss, können anstatt einer bestimmten erzielten Anzahl an erzielten Toren auch zeitliche Bestimmungen für die Spieldauer verabredet werden. Eine bei Turnieren übliche zusätzliche zeitliche Beschränkung besagt, dass ein Angriffszug nicht länger als 15 Sekunden dauern darf. Danach muss er abgeschlossen sein. Bei privaten Spielen ist diese Regel nicht gebräuchlich und auch nicht erforderlich, da nur selten eine Mannschaft den Ball für mehr als fünfzehn Sekunden halten kann, ohne einen Torschuss zu versuchen.

Da es beim Tischfußball weniger auf die Kraft als auf die Konzentration und die geschickte Führung der Figuren ankommt, kann diese Sportart ohne weiteres gemeinsam von Frauen und Männern ausgeübt werden. Bei offiziellen Turnieren gelten besondere Regeln, welche privat häufig, aber nicht zwingend, übernommen werden. Zu den wichtigsten Regeln zählt, dass das Erzielen von Treffern mit der Mittelreihe bei Turnieren erlaubt ist; diese Bestimmung muss ausdrücklich erwähnt werden, da sie in  französischen Kneipen grundsätzlich verboten sind und nicht wenige Spieler bei privaten Spielen vereinbaren, sie ebenfalls zu ächten.

Ein derartiges Verbot für mit der Abwehrreihe oder auch direkt vom Torwart erzielte Tore ist hingegen weit weniger verbreitet. Ein eingeklemmter Ball muss mit einem anderen Spieler der gleichen Reihe durchgepasst werden, sofern kein direkter Torschuss versucht wird. Diese Regelung wird bei privaten Spielen so gut wie nie übernommen. Bei Turnieren müssen beide Hände beim
Schuss am Griff verbleiben. Das direkte Beeinflussen des Spielgerätes durch Rütteln und Schütteln ist verboten; die Figuren dürfen außerhalb eines Schusses nicht vollständig um die eigene Achse gedreht werden.

Ein Ball, der hinter die Torlinie gelangt und wieder in das Feld zurückspringt, gilt als Treffer. Einwurf erhält jeweils die Mannschaft, gegen welche das letzte Tor erzielt wurde. Jede Mannschaft hat das Recht, pro Satz zwei Auszeiten von jeweils dreißig Sekunden für taktische Besprechungen zu nehmen. Gespielt werden bei Turnieren in entweder zwei Gewinnsätze bis zu fünf Toren oder ein Gewinnsatz bis zu sieben Treffern. Die Regeln gelten für offizielle Turniere, wenn turnierartige Veranstaltungen in Gaststätten durchgeführt werden, gelten dabei nicht selten abweichende Vereinbarungen. Bei privaten Spielen in einer Gaststätte ist es nicht unüblich, zu vereinbaren, dass die jeweiligen Verlierer die nächst Getränkerunde bezahlen.

Das Spielen gegen Geld ist gesetzlich nicht eindeutig verboten, da es sich bei Tischfußball ohne Zweifel nicht um ein Glücks-, sondern um ein Geschicklichkeitsspiel handelt. Im Zuge ihres Hausrechtes erklären jedoch Gastwirte dieses oft als von ihnen unerwünscht. Bislang wurde die von Billardtischen bekannte Masche, dass Spieler zunächst mittelmäßig spielen und bei gesteigerten Einsätzen erst ihr wahres Können zeigen, glücklicherweise noch nicht in die Tischfußball Szene hineingetragen. Ein derartiges Verhalten wäre auch nicht alleine unsportlich, sondern steht mindestens an der Grenze zum Betrug.

In vielen Kneipen gibt es weniger Kickertische als am Spiel interessierte Gäste. Aus diesem Grund hat sich die Sitte des "Forderns" entwickelt, bei welcher ein bislang nicht am Spielgeschehen beteiligter Interessent die für das Folgespiel erforderliche Münze sichtbar auf den Tisch legt. Üblicherweise räumt die Verlierermannschaft des aktuellen Spiels den Tisch für den Forderer. Benötigt wird inzwischen in den meisten Fällen eine 50 Cent Münze. Der Wirt kann bei den meisten Modellen die Erfordernis für den Geldeinwurf abschalten. Von dieser Möglichkeit macht er vor allem dann Gebrauch, wenn er selber ein Turnier anbietet oder in seiner Gaststätte ein Kicker Turnier durchgeführt wird, damit die Teilnehmer die Gelegenheit haben, sich am Gerät einzuspielen. Hierbei achtet er auf eine faire Verteilung der Einspielzeiten. Bei Turnieren am Kickertisch in der Kneipe werden in den meisten Fällen Sachpreise ausgelobt, Geldpreise sind dabei eher eine Ausnahme. Die erzielten Tore wurden traditionell durch das manuelle Verschieben von Anzeigetäfelchen dargestellt, moderne Tische verfügen zum Teil über elektronische Darstellungen. Das manuelle Verschieben wird aus traditionellen Gründen auch bei manchen aktuellen Geräten angeboten.

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